BAD END THEATER | Snackables #03

Für diese Ausgabe der Snackables habe ich ein Visual Novel mitgebracht – eines meiner liebsten Videospielgenres (ja, Visual Novels sind auch Spiele!! 😠). BAD END THEATER kommt zusätzlich noch mit einem Twist, dazu aber gleich mehr. Vorhang auf für dieses kleine Indie-Stück! ✨

In meiner Reihe Snackables möchte ich monatlich ein Spiel vorstellen, das sich bequem in einer Session in unter fünf Stunden wegsnacken lässt. Perfekt für einen "heute mache ich früher Feierabend"- oder "dieser Sonntag wird auf der Couch verbracht"-Tag.

Du willst benachrichtigt werden, sobald ein neuer Teil der Snackables online geht? Dann abonnier meinen Newsletter. ✨

Hungrig oder nicht?

In BAD END THEATER verfolgen wir eine Geschichte aus vier unterschiedlichen aber unzertrennbar miteinander verwobenen Perspektiven. Wir haben den Helden, der die Jungfer aus den Fängen der Oberherrin und ihrem Handlanger retten möchte. Wer jetzt denkt "klingt vorhersehbar, ich weiß genau, wie es ausgeht" könnte sehr überrascht werden, denn in diesem Theater sind die Geschichten nicht so, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Auch spielmechanisch überrascht der Titel, denn ein reines "Lesespiel" ist BAD END THEATER nicht. Die vier Charaktere haben verschiedene Eigenschaften, die wir jeweils ein- und ausschalten können. So können wir beispielsweise dem Handlanger einstellen, dass er hungrig ist – was dazu führt, dass er die Jungfer beim ersten Aufeinandertreffen einfach auffrisst. 😅 Durch kreative Kombination dieser Eigenschaften können über 40 Endings erreicht werden. Das "Lesespiel" wird hiermit auch total zum "Rätselspiel". 🕵️‍♀️

BAD END THEATER Screenshot

BAD END THEATER © NomnomNami

Gutes Ende, schlechtes Ende

Apropos Endings, wie der Titel vermuten lässt, gibt es nur schlechte davon. Die sind oft echt unerwartet, manchmal ein bisschen brutal und fast immer gnadenlos. Das kann natürlich echt deprimierend sein – aber Durchhalten lohnt sich, denn es gibt auch einen sehr clever eingebauten Lichtblick. ✨ Grundsätzlich hat die Geschichte eine ganz persönliche Note, die man beim Spielen, gerade gegen Ende hin, richtig spürt. 

Die Charaktere sind herzig geschrieben und handeln immer konsequent nach den Eigenschaften, die man ihnen zugeschrieben hat. Besonders die Oberherrin hat es mir angetan – hab wohl ein Faible für Frauenfiguren, die falsch eingeschätzt werden (und für eine ordentliche Portion Queerness)... 😄

Die unterschiedlichen Endings sind übrigens als Flowchart dargestellt und wir alle wissen, Spiele mit Flowchart sind grundsätzlich gute Spiele! Damit lässt sich super verfolgen, welches Ending noch fehlt und es gibt durch die Beschreibungen kleine Hinweise darauf, welche Kombination der Eigenschaften man einstellen muss, um dieses bestimmte Ending zu erreichen. Besonders positiv möchte ich erwähnen, dass man innerhalb der Geschichte sehr schnell zu dem Punkt vorspulen kann, an dem sich die Geschichte ändert. Das macht das Finden der Endings und das Holen aller Errungenschaften sehr komfortabel.

BAD END THEATER Screenshot

BAD END THEATER © NomnomNami

Täuschend niedlich

Was mir an BAD END THEATER noch echt gut gefallen hat, ist der Kontrast zwischen Grafik und Erlebnis. Wenn man den eher niedlichen Pixelstil mit den poppigen Farben sieht, würde man vermutlich erst ein anderes Spiel erwarten. Dazu hat noch jeder Charakter seine eigene Farbwelt, was dafür sorgt, dass man zwischen dem Hin- und Herspringen der verschiedenen Perspektiven echt gut die Orientierung behält. Außerdem bin ich sowieso immer ganz beeindruckt, wenn mit Pixeln und reduzierter Farbpalette so viel Liebe zum Detail geschaffen wird.

Pluspunkt für alle, die vor allem "Lesespiele" gerne auf Deutsch spielen: Die deutsche Übersetzung ist wirklich gut gelungen! 

BAD END THEATER Screenshot

BAD END THEATER © NomnomNami

Fazit

BAD END THEATER ist das perfekte Beispiel, wieso ich Indies so liebe und wieso ich kurze Spiele so liebe. Ich war ganz überrascht, dass hier nicht nur gelesen, sondern auch kombiniert wird. Wie so oft bin ich auch überrascht, dass mir die Charaktere innerhalb dieser kurzen Spielzeit mal wieder so ans Herz gewachsen sind. Ich verlasse das Theater also mit einem lachenden und einem weinenden Auge (das weinende Auge weint immer noch).

Snack-Faktor: Ich empfehle BAD END THEATER als "Licht am Ende des Tunnels"-Snack, wenn man gerade vielleicht nicht so gut drauf ist. Die ganzen schlechten Endings lassen die eigenen Probleme plötzlich ganz klein erscheinen und das Ende hält, wie schon erwähnt, noch eine Überraschung bereit.  

  • Visual Novel mit rätseligen Kombinationselementen
  • Kontrast zwischen niedlichem Pixelstil und gnadenlosem Erlebnis
  • Flowchart :-)
  • Könnte unter Umständen ein wenig deprimierend sein
BAD END THEATER - Teaser

BAD END THEATER

Erscheinungsdatum: 26.10.2021
Genre: Visual Novel
Meine Spielzeit: ~2h
Gespielt auf: Steam Deck
Entwickler: NomnomNami
Publisher: NomnomNami

Snackables [ˈsnækəblz] Pl., Subst.

Kurze Spiele, die sich in einer Sitzung von unter fünf Stunden abschließen lassen.

Foto von hirnregen

über hirnregen

Ich bin Tanja, gelernte Mediengestalterin, die irgendwie in der IT gelandet ist. Mit Zucker als Treibstoff und einem Backlog, das meine eigene Körpergröße übersteigt, bin ich ständig auf der Suche nach Spielen, die "was mit mir machen". Dabei ist das Genre nicht so wichtig – die Wahrheit liegt irgendwo zwischen K.K. Sliders Gemütlichkeit und Aggretsukos Wutausbrüchen.

→   mehr von mir auf social media